Fall Oliver: Vater am Dienstag in Graz vor Gericht

Dem Dänen wird schwere Nötigung und Freiheitsentziehung vorgeworfen. Ein Urteil des vorangegangenen dänischen Prozesses wird diese Woche erwartet.

Im „Fall Oliver“ findet am nächsten Dienstag (25. September) im Grazer Straflandesgericht ein Prozess gegen den dänischen Vater des Kindes statt. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen schwerer Nötigung und Freiheitsentziehung, weil der Däne das Kind im April gegen den Willen der Mutter von Graz aus in seine Heimat gebracht hatte. Ob der 41-Jährige zur Verhandlung erscheinen wird, ist völlig offen, die Ladung hat er über das Amts- und Rechtshilfeverfahren in Dänemark bekommen.

Der Vater des fünfjährigen Buben hatte am 3. April zusammen mit einem Komplizen seinen Sohn vor dem Kindergarten in sein Auto gebracht und war mit ihm nach Dänemark gefahren. Dort hat er das Sorgerecht, während es in Österreich der Mutter zugesprochen wurde. Nun beruft sich jeder Elternteil auf die jeweilige Gerichtsentscheidung und fühlt sich im Recht. Am 4. September hat im dänischen Helsingör ein Prozess wegen des Sorgerechts stattgefunden. Das schriftliche Urteil könnte noch diese Woche eintreffen.

Prozess wegen Nötigung

Unabhängig davon findet am kommenden Dienstag in Graz der Prozess gegen den Vater statt. Im Strafantrag wird angeführt, dass ein bisher noch unbekannter Komplize die Mutter des Buben festhielt, während der Angeklagte den Fünfjährigen aus dem Kindersitz nahm und in sein Auto setzte. Dann verließ er mit dem Kind sofort Österreich. Daraufhin wurde ein europäischer Haftbefehl gegen den Vater erwirkt, der allerdings Mitte Juni wieder aufgehoben wurde. Als Begründung wurde angeführt, dass der Mann in Dänemark sozial integriert sei. Die Mutter hatte unmittelbar nach dem Vorfall vor dem Kindergarten einen Antrag auf Rückführung des Kindes gestellt.

Die Verhandlung wurde nun für Dienstag, 10 Uhr, anberaumt. Als Zeugen sind nur die Mutter des Buben und eine Bekannte geladen. Sollte der Beschuldigte nicht kommen, könnte erneut ein europäischer Haftbefehl ausgestellt werden. Eine Verhandlung in Abwesenheit ist nicht vorgesehen.

 

Quelle: APA

 

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