Prävention Kindesentzug und Kindesentführung. Erkennen und verhindern.

Die Prävention bei Kindesentzug ist ein wichtiger Schritt um eine Kindesentführung frühzeitig zu erkennen und zu verhindern. Die Gefahr eines internationalen Kindesentzug ist grundsätzlich ernst zu nehmen so dass ein frühzeitiges handeln oder eingreifen möglich ist. Dies gilt besonders, wenn sich ein internationaler Kindesentzug oder eine internationale Kindesentführung außerhalb eines Vertragsstaates des Haager Abkommen abzeichnet. Hierbei sind, wie an anderer Stelle beschrieben, die rechtlichen Möglichkeiten einer Kindesrückführung sehr begrenzt.

Bessere Chancen auf eine internationale Kindesrückführung ergeben sich bei einer Kindesentführung ins Ausland, welches dem Haager Abkommen beigetreten ist. Eine Kindesrückführung oder ein Rückführungsverfahren kann unter Umständen sehr viel Zeitaufwand und einen hohen finanziellen Aufwand mit sich führen, ganz abzusehen von der gesundheitlichen und seelischen Belastung für den von der internationalen Kindesentführung betroffenen Elternteil. Hierbei darf natürlich nicht die Belastung des entzogenen Kindes außer Acht gelassen werden, welche sehr oft eine soziale Verschlechterung mit sich führt.

Vor einer Kindesentführung wird die Absicht derer häufig durch einen Elternteil unterschwellig angedeutet oder gar ausdrücklich erklärt oder sogar damit gedroht. Erhärten sich die Anzeichen für einen internationalen Kindesentzug oder eine Kindesentführung ins Ausland beachten bitte nachfolgende Punkte zur Prävention.

  • Pässe und Geburtsurkunden der Kinder an einem sicheren Ort deponieren.
  • Einer Eintragung in den Pass des verdächtigen Elternteils widersprechen.
  • Darauf achten, ob das Kind plötzlich nicht verhältnismäßige Impfungen erhält oder erhalten soll.
  • Reisebüros in der Nähe, oder “Stammreisebüro” mit der Bitte um entsprechende Meldung informieren.
  • Beantragung des Sorgerechts zumindest des Aufenthaltsbestimmungsrecht beim zuständigen Familiengericht.
  • Registrierung der Kinder bei den Grenzbehörden beantragen, um die Ausreise zu verhindern. Hierzu müssen sie jedoch über das gerichtlich zugesprochene Sorgerecht oder zumindest das Aufenthaltsbestimmungsrecht verfügen. Dieser Beschluss sollte ausdrücklich die Bitte der Registrierung der Kinder bei den Grenzbehörden enthalten. Siehe auch “Grenzsperre”.
  • Kindergarten und Schulen über die Situation informieren und um erhöhte Aufmerksamkeit bitten. darauf hinweisen, dass das Kind nur von ihnen persönlich oder durch bevollmächtigte abgeholt werden darf.
  • Die Botschaft des Heimatlandes des drohenden Elternteils informieren, mit der Bitte, den Kindern keine Pässe auszustellen.
  • Da immer wieder Kindesentführungen während der Ausübung des Besuchsrechts vollzogen werden, kann beim zuständigen Familiengericht, bei begründetem Verdacht ein “eingeschränktes“ oder begleitetes Besuchsrecht beantragt werden.

 

Prävention Kindesentzug Hinweis

Da nicht alle Präventionsmaßnahmen zur Vorbeugung einer Kindesentführung oder eines Kindesentzug für die breite Öffentlichkeit bestimmt sind, können Sie hierzu auch in unserem gesicherten Forum Infos erhalten und Tipps austauschen.

 

DAS INPOL-VERZEICHNIS

Das Inpol-Verzeichnis ist ein Fahndungscomputer der Bundespolizei. Hier können auf richterliche Anordnung hin, Daten von Kindern aufgenommen werden, die von Kindesentführung ins Ausland bedroht sind. Siehe auch “Grenzsperre”.

Für die Ausschreibung gibt es 3 Möglichkeiten:

  • Die geschützte Ausschreibung, bei der nur die Bundespolizei (ehemals Grenzschutz) Zugriff auf die Daten hat und in die auch die Daten des mutmaßlichen Täters aufgenommen werden können,
  • Die offene Ausschreibung, bei der darüber hinaus auch die bundesdeutsche Polizei Zugriff hat und in die nur die Daten des Kindes aufgenommen werden und
  • Offene Ausschreibung in Verbindung mit dem Schengen Informationssystem (SIS), bei dem alle Grenzschutzbehörden der Schengenstaaten Zugriff haben. Auch hier werden zunächst nur die Daten des Kindes aufgenommen.

Ausführliche Informationen zur Grenzsperre erhalten sie …hier…

Ansprechpartner:

  • · Bundespolizeidirektion Potsdam
  • · Heinrich-Mann-Allee 10
  • · 14473 Potsdam
  • · Tel.:0331 97997–0

· Internet:www.bundespolizei.de