Kindesentführung Janine Schoch

Quelle. BLICK Schweiz

Der tunesische Großvater über die Zukunft von Elias und Jonas

Seit fast zwei Jahren leben Elias und Jonas bei ihren Grosseltern Achmed und Saida Ochi in Tunesien.

Herr Ochi, wie ist es für Sie, dass Ihr Sohn Issam im Gefängnis sitzt?

Achmed Ochi: Das ist schwierig. Mein Kind ist im Gefängnis. Und Janine kommt hierher.

 

Issam hat die Kinder entführt. Warum hat er das gemacht?

Er hatte keine Aufenthaltsbewilligung, sie hat die Scheidung verlangt. Er hatte Angst, ausgewiesen zu werden und die Kinder zu verlieren. Deshalb hat er Elias und Jonas nach Tunesien mitgenommen.

 

Was gibt es denn für eine Lösung?

Janine will die Kinder zurück in die Schweiz nehmen. Für sich selbst, für ihre Mutter und für ihren Vater. Das ist das, was sie will – ohne Issam. Er ist egal. Wir denken: Die Kinder gehören Janine und Issam. Aber wenn die Kinder zurück in der Schweiz sind, wird es heissen: Adieu, Issam.

Die Situation ist viel schwieriger für Issam, er sieht die Kinder acht Jahre lang nicht. Janine hingegen kann die Kinder sehen, wann sie will. Jeden Tag. Von 8 Uhr morgens bis 21 Uhr abends.

 

Wie geht es Elias und Jonas bei Ihnen in Jendouba?

Die Kinder leben hier gut. Sie haben einen eigenen Fernseher, ein eigenes Zimmer, eine Klimaanlage und Velos. Ich fahre mit ihnen aufs Land. Weil sie keine Eltern haben, mache ich alles. Aber ich bin nicht ihr Vater. Sie lieben ihren Vater Issam mehr als mich, sie lieben ihre Mama mehr als Saida. Das ist traurig. Für uns, für die Kinder. Für meinen Sohn. Auch für Janine, sie ist auch traurig.

 

Wollen Sie, dass Issam wieder zurückkommt nach Tunesien?

Nein, ich will das Gegenteil. Ich will, dass Issam in der Schweiz bleiben kann. Und mit Janine gut auskommt. Dass die beiden eine Lösung finden mit den Kindern.

 

Und was könnte die Lösung sein?

Dieses Jahr wird Elias in der Schule Französisch haben. Ich will dafür sorgen, dass er auch Deutsch lernt. Damit er in die Schweiz gehen kann und mit den Schweizern reden kann. Das ist, was ich denke. Ich denke, dass sie eines Tages in die Schweiz zurückgehen. Aber Issam braucht Garantien.

Interview: Nadine Chaignat,  Quelle: blick / Print

 

Das Team Kindesentzug24.com, bedankt sich bei Blick.ch und Janine Schoch, für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung dieses Exklusivinterviews!