Kindesrückentführung und Rückentführung

Bei einer internationalen Kindesentführung in ein Land außerhalb des Haager Abkommens stehen betroffene meist ohne greifbare Hilfe der Behörden da. Die rechtlichen Möglichkeiten bei einer Entführung in einen Nichtvertragsstaat der genannten Abkommen sind sehr beschränkt. Dies ergibt sich daraus, dass die Bundesrepublik Deutschland keine rechtlichen Möglichkeiten hat bei der Regierung des betroffenen Staates eine Herausgabe des Kindes zu verlangen.

Letztlich bleibt Ihnen hierzu meist nur der Weg der „illegalen“ Kindesrückführung. Diese setzt voraus, dass das Kind deutscher Staatsbürger ist und das der in Deutschland lebende Elternteil über das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht verfügt. Somit ist die Legalität einer Kindesrückentführung zwar nicht gewährleistet, bleibt in Deutschland und dem Schengener Raum jedoch straffrei, da der Tatbestand des Kindesentzug nach §235 StgB aufgrund des alleinigen Aufenthaltsbestimmungsrecht nicht erfüllt wird. Sie bewegen sich somit innerhalb der Bundesrepublik Deutschland und dem Schengen Raum legal. Einzig das Land, aus welchen das Kind Rückentführt wurde sollte nicht mehr besucht werden. Ausnahme in Bezug auf eine Kindesrückentführung bleibt natürlich eine Rückführung aus einem Land, in welchem zuvor ein Rückführungsantrag nach dem Haager Abkommen gescheitert ist oder abgelehnt wurde.

Bei einem internationalen Kindesentzug außerhalb der o.g. Vertragsstaaten ist es daher unabdingbar sehr viel Eigenleistung aufzubringen, wenn es um eine Kindesrückführung geht.

Viele betroffene erhoffen sich daher Hilfe bei sogenannten “Detekteien”. Leider erreichen uns immer wieder Meldungen von Betroffenen einer Kindesentführung ins Ausland, die mit solchen Detekteien durchweg schlechte Erfahrungen gemacht haben. Teilweise wurden hier Preise bis zu 80.000 Euro!!! für eine Kindesrückführung bezahlt, die versprochene Leistung jedoch nicht erbracht, sprich die Kinder wurden nicht zurückgeführt. Gegen etliche solcher Detekteien sind mittlerweile Strafverfahren anhängig und Urteile sind zugunsten der Geschädigten ergangen. Leider brachten diese Urteile den Geschädigten ihr Geld nicht zurück, da bei den Firmen häufig nichts mehr zu holen war.

Vollmundige Werbeversprechen auf Internetseiten bringen ihnen leider Ihre Kinder auch nicht zurück. Oft wird auch mit Namen oder Logos diverser Hilfsorganisationen geworben, für welche man angeblich tätig ist. Meist ist hierbei der Wortlaut aber zweideutig gewählt, so dass sich letztendlich herausstellt, dass die Firmen wohl einmal an diese Organisation gespendet haben oder um Spenden für diese ersuchen und sich somit zum „Partner“ deklarieren. Auch wird häufig damit geworben mit Behörden im In- und Ausland zusammen zu arbeiten. Auch hier ist äußerste Vorsicht geboten. Eine illegale Kindesrückführung, also eine Rückentführung im Ausland stellt in dem jeweiligen Land immer eine Straftat dar. Somit ist es also außerordentlich fraglich, welche Behörde weder im Inland noch im Ausland einer solchen Straftat zustimmt oder hierbei unterstützt. Kurios ist auch, dass man für eine solche „Straftat“ im Internet öffentlich Werbung betreibt.

Wenn man einen Polizisten kennt, welcher einem ein Fahrzeug überprüft, ist dies noch lange keine Zusammenarbeit mit Behörden, wird aber gerne so deklariert.

Leider ist es so, dass die Hilflosigkeit der Betroffenen und die Hoffnung auf eine internationale Kindesrückentführung schamlos ausgenutzt wird.

In den vergangen Jahren haben sich einige wenige spezielle Firmen im Bereich der Kindesrückführung bzw. der Kindesrückentführung hervor getan, welche keine Detekteien im eigentlichen Sinne sind, sondern Unternehmen welche sich ausschließlich mit Rückentführungen beschäftigen. Meist mit Sitz im Ausland, jedoch mit sehr guten Kontaktmöglichkeiten nach oder in Deutschland.