Kindesentführung Oliver Weilharter.

Wegen eines Formfehlers des Gerichts muss der Prozess gegen den dänischen Vater, Thomas S., wiederholt werden.
Thomas S. entriss seinen 5-jährigen Sohn Oliver vor knapp einem Jahr der Mutter vor einem Kindergarten in Graz und verbrachte ihn in sein Heimatland Dänemark.

Aufgrund dessen wurde er von einem Gericht in Österreich wegen Kindesentziehung und schwerer Nötigung zu einem Jahr bedingter Haft verurteilt. Thomas S., wie auch die die Staatsanwaltschaft legten gegen das Urteil Berufung ein.

Das Oberlandesgericht in Graz gab nun dem Antrag der Verteidigung statt und hob das Urteil wegen eines Formfehlers auf. Als Folge dessen, muss der Prozess gegen den dänischen Vater wiederholt werden.

 

Formfehler bei der Vernehmung

Das Oberlandesgericht Graz begründete seine Entscheidung, mit einem Fehler, welcher bei der Vernehmung von Olivers Mutter, Marion Weilharter, passiert war. Der Richter habe Marion Weilharter zwar darauf hingewiesen, dass sie als Angehörige die Aussage verweigern dürfe, jedoch hat er es laut OLG unterlassen, der Mutter, welche als Zeugin geladen war, eine Erklärung über ihr Aussagebefreiungssrecht abzuverlangen. Marion Weilharter hätte ausdrücklich auf das Entschlagungsrecht verzichten müssen. Dies ist jedoch nach Angaben des OLG nicht geschehen und stellt somit einen Verfahrensmangel dar, welcher zur Aufhebung des gesprochenen Urteils führt. Der Strafprozess gegen Thomas S. muss daher komplett neu aufgerollt werden.

 

Internationaler Sorgerechtstreit

Seit nunmehr einen Jahr zieht sich der internationale Sorgerechtsstreit um Oliver durch mehrere Instanzen in beiden Ländern. Während der Mutter Marion Weilharter in Österreich letztlich durch den Obersten Gerichtshof das Sorgerecht zugestanden wurde, so wurde dieses dem Vater auch in Dänemark zugesprochen. Den bisherigen Versuchen der Mutter einer Kindesrückführung wurde bisher in zwei Instanzen in Dänemark nicht stattgegeben.

Ein neuer Termin für den Strafprozess gegen Thomas S. steht noch nicht fest.