Erste Hilfe bei Kindesentzug Sofortmaßnahmen bei Kindesentzug. Sollten Sie von einem Kindesentzug oder einer Kindesentführung unmittelbar betroffen sein, so können die ersten Stunden für eine Kindesrückführung entscheidend sein. Nachfolgende Sofortmaßnahmen sollen Ihnen eine erste Hilfestellung geben.

Voraussetzung für die Sofortmaßnahmen bei Kindesentzug ist einer der folgenden Punkte:

  • Gemeinsames Sorgerecht
  • Alleiniges Sorgerecht
  • Besitz des Aufenthaltsbestimmungsrecht

 

Auch wenn sie bei einer akuten Kindesentführung einem sehr hohen Stressfaktor ausgesetzt sind, so gilt:

  • Ruhe bewahren.
  • Ziehen Sie möglichst eine Vertrauensperson hinzu, welche Ihnen bei den weiteren Schritten besonnen zur Seite stehen kann.

 

Polizei informieren.

Um eine schnelle Fahndung auszulösen, sollten die Polizei über die Kindesentführung in Kenntnis gesetzt werden.

Dies können Sie unter Tel.: 110 oder bei jeder beliebigen Polizeidienstelle tun.

Damit eine solche Fahndung schnell und vor allem konkret erfolgen kann, halten Sie bitte folgende Daten für die Polizei bereit:

Angaben zum vermissten Kind.

  • Name, Geschlecht, Geburtsdatum und Geburtsort des vermissten Kindes.
  • Möglichst genaue Personenbeschreibung des Kindes. (Größe, Haarfarbe, Augenfarbe, besondere Kennzeichen wie Brille, Narben, Muttermale, Zahnspange etc.).
  • Aktuelle Fotos/Videos des vermissten Kindes.
  • Letzte Ihnen bekannte Kleidung des Kindes.
  • Ausweis / Pass und/oder Passnummer. Ggfs. die Geburtsurkunde des vermissten Kindes.

 

Angaben zum entführenden Elternteil:

  • Name, Geburtsdatum, Geschlecht und Staatsangehörigkeit.
  • Genaue Personenbeschreibung des Elternteils. (Größe, Haarfarbe, Augenfarbe, besondere Kennzeichen wie Brille, Narben, Muttermale, etc.).
  • Aktuelle Fotos/Videos
  • Letzte bekannte Wohnanschrift
  • Letzte bekannte Telefonnummer (Handy, Festnetz)
  • Kfz-Typ und Kfz-Kennzeichen
  • Aufenhaltsort- / Land der Familie des entführenden Elternteils.

 

Allgemeine Angaben:

  • Wann wurde das Kind bei Ihnen zurück erwartet.
  • Wann wurde das vermissen des Kindes bekannt.
  • Wie ist das Sorgerecht, Umgangsrecht, Aufenthaltsbestimmunsgrecht geregelt. (entsprechende Dokumente bereithalten).

 

In einer ersten Maßnahme wird die Polizei das Kind und bei Bedarf, den entführenden Elternteil zur Fahndung ausschreiben. Dies beinhaltet auch eine Information an den deutschen Außengrenzen und an deutschen Flughäfen. Eine Ausschreibung für die Schengen-Grenzen (SIS) erfolgt jedoch in aller Regel nicht unmittelbar. Hierzu bedarf es eines richterlichen Beschlusses durch ein deutsches Gericht. Sobald dieser vorliegt, wird die Fahndung um die Schengen-Staaten, durch die Bundespolizei erweitert.

Ausführliche Informationen zur Grenzsperre und zur Grenzfahndung erhalten Sie hier: Grenzsperre und Grenzfahndung bei Kindesentzug.

 

Europaweit einheitliche Hotline für vermisste Kinder

Tel.: 116 000

Die Hotline für vermisste Kinder ist rund um die Uhr und zum Nulltarif aus ganz Deutschland, sowohl vom Fest- als auch vom Mobilfunknetz zu erreichen. Auch der Anruf aus Telefonzellen ist kostenfrei.

Botschaft im Ausland informieren.

  • Telefonisch die deutsche Auslandsvertretung ( Deutsche Botschaft im Ausland)  zur schnelleren Ortung des ins Ausland entführten Kindes informieren.
  • Sachverhalt nochmals per Email mit genauen Angaben zum Kind und zum entführenden Elternteil der deutschen Botschaft übermitteln.
  • Übersicht der deutschen Auslandsvertretungen

 

Bundespolizei Potsdam Kontaktdaten:

Adresse:

Bundespolizeipräsidium
Heinrich-Mann-Allee 103
14473 Potsdam

 

Kontakt:

Bundespolizeipräsidium
Telefon: 0331 97997-0
Fax: 0331 97997-1010
E-Mail bpolp@polizei.bund.de
Internet: http://www.bundespolizei.de
 
 

Checkliste zum Download als PDF.

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