Was tun bei Kindesentzug.

Hierbei muss klar unterschieden werden, ob ihr Kind in einen Vertragsstaat des Haager Abkommen oder in ein Land entführt wurde, welches dieses Abkommen nicht unterzeichnet hat.

Grundlegende Informationen zur Kindesrückführung:

Unsere Erfahrung zeigt, dass die deutschen Behörden sehr zögerlich mit dem Thema Kindesentzug oder Kindesentführung umgehen. Oft werden die Fälle nach kurzer Zeit eingestellt, mit der Begründung, dass Kind hat sich in seiner neuen Heimat sicherlich ein neues soziales Umfeld geschaffen, aus welchem es herauszuholen nicht sinnvoll wäre. Sehr schwer ist es auch einen internationalen Haftbefehl zu erlangen. Nach einem vollendeten Kindesentzug stehen Ihnen trotz allem rechtliche Schritte zu. Hierzu zählt natürlich auch die Stellung eines Strafantrages und einer Strafanzeige nach § 235 StGB evtl. in Verbindung mit einem zu erlassenden Haftbefehl. Da ein solcher Schritt erfahrungsgemäß in einigen Fällen die Situation verschlimmern kann, sollte daher zuerst innerhalb der Familie versucht werden eine Lösung zu finden. Oft sind mit einer Kindesentführung, vor allem mit einer internationalen Kindesentführung Forderungen oder Ziele des Entführers verbunden, welche es zuerst abzuwägen und zu prüfen gilt.

Möglichkeiten zur Unterstützung durch die deutschen Auslandsvertretungen wie Botschaften und Konsulate sind sehr begrenzt, bis nahezu nicht vorhanden wenn der Kindesentzug in ein Land vollzogen wurde, dessen Staatsangehörigkeit die Kinder haben, in welchem sie sich aufhalten. Der dortige Staat sieht die Kinder dann alleine als deren eigene Staatsangehörige an und behandelt diese auch so. Eine zusätzliche deutsche Staatsangehörigkeit ist hierbei völlig belanglos. Einen solchen Anspruch erhebt im Übrigen nahezu jeder Staat für sich, so auch Deutschland.

Zu beachten ist hierbei auch, dass es für einen ausländischen Staatsbürger ein Einfaches ist, die Staatsangehörigkeit für die Kinder, auch ohne Zustimmung der Mutter/Vater in dessen Heimatland zu beantragen. Dies gilt in erster Linie für islamische Länder, in denen sich entzogene Kinder aufhalten.

Islamische Staaten weisen die Verantwortung für Kinder den Vätern zu, die laut Rechtsprechung und Praxis in diesen Staaten dann auch alleine über die Kinder bestimmen können. Hierzu zählt selbstverständlich auch das Recht zur Aufenthaltsbestimmung. Die Aussichten einer Mutter, in einem islamischen Staat das Sorgerecht zu erstreiten sind meist gering, insbesondere dann, wenn sie keine Muslimin ist. Selbst ein in einem islamischen Land gewonnenes Sorgerechtsverfahren berechtigt die Mutter lediglich zur Ausführung der Sorge in dem entsprechenden Land. Eine Ausreise nach Deutschland ist hierbei nicht möglich, solange der Kindsvater dieser nicht zustimmt.

 

Entführung in einen Vertragsstaat des Haager Abkommen oder des Europäischen Sorgerechtsübereinkommen (ESÜ)

Die Bundesrepublik Deutschland ist Unterzeichner des Haager Abkommen (HKÜ) oder des Europäischen Sorgerechtsübereinkommen., sowie der Brüssel II a-Verordnung.

Das im Falle einer Kindesentführung oder eines internationalen Kindesentzugs am häufigsten verwendete Verfahren, ist das HKÜ-Verfahren. Hierbei handelt es sich um rein ein zivilrechtliches Verfahren und bedarf zuvor einer Strafanzeige wegen “Entziehung Minderjähriger“. Bitte beachten Sie hierbei jedoch, dass ihnen im Fall eines eingeleiteten HKÜ-Verfahrens eine gütliche außergerichtliche Einigung im Rahmen einer Meditation nicht mehr möglich ist. Allerdings ist es möglich die Strafanzeige und das HKÜ-Verfahren zurück zu ziehen. Dieser Schritt sollte jedoch ausschließlich dann vollzogen werden, wenn eine Einigung der Elternteile zu 100% herbeigeführt und geregelt ist. Ein neues HKÜ-Verfahren wird i.d.R. dann nicht mehr möglich sein. Lesen Sie hier ausführliche Informationen zur Kindesrückführung über das HKÜ-Verfahren.. …Kindesrückführung nach HKÜ…

 

Kindesentführung in einen Nichtvertragsstaat des Haager Übereinkommens.

Die rechtlichen Möglichkeiten bei einer Entführung in einen Nichtvertragsstaat sind sehr beschränkt. Dies ergibt sich daraus, dass die Bundesrepublik Deutschland keine rechtlichen Möglichkeiten hat bei der Regierung des betroffenen Staates eine Herausgabe des Kindes zu verlangen. Bei einem internationalen Kindesentzug außerhalb der o.g. Vertragsstaaten ist es daher unabdingbar sehr viel Eigenleistung aufzubringen.

Lesen Sie ausführlicher Informationen zur Kindesrückentführung. …weiter zu Kindesrückentführung…

Da viele Informationen für eine Kindesrückführung aus einem Nicht-Vertragsstaat nicht für die breite Öffentlichkeit bestimmt sind, verweisen wir hierzu auf unser geschütztes kostenloses Forum. Hier haben Sie die Möglichkeit sich mit anderen Betroffen zum Thema Kindesentzug und Kindesrückführung auszutauschen. Hier geht es direkt zum kostenlosen Forum Kindesentzug.