In Baden (Niederösterreich) soll ein Vater seinen 4-jährigen Sohn entführt haben.

Am vergangenen Montagabend soll es in  Österreich zu einer Kindesentführung gekommen sein.  Die Polizei bestätigte mittlerweile den „Zwischenfall“.

 

Entführung auf Spielplatz?

Das getrennt lebende Ehepaar war mit dem gemeinsamen 4-jährigen Sohn auf einem Spielplatz. Nachdem die Mutter das Kind mit dem Vater für wenige Augenblicke alleine ließ, waren beide verschwunden.

Andere Medien melden hingegen, der Großvater wäre mit dem Kind und dem Vater des 4-jährigen auf dem Spielplatz gewesen. Nachdem der Großvater kurz austreten musste, wären Vater und Kind verschwunden gewesen.

Die Polizei hüllt sich hierzu noch in Schweigen, teilt jedoch mit, dass Ermittlungen aufgenommen wurden.

 

Obsorge kompliziert.

Die Hintergründe für eine eventuelle Kindesentführung scheinen wohl in einem Sorgerechtsstreit  zu liegen.

Das geschiedene Ehepaar, beide deutsche und beide Rechtsanwälte, hatten in England gearbeitet. Hier wurde auch der Sohn geboren. Nach der Trennung soll die Mutter mit dem 4-jährigen Sohn nach Österreich gezogen sein.  Nach Angaben der Staatsanwaltschaft liegt in diesem Fall eine Sorgerechtsentscheidung eines Gerichts „aus einem anderen europäischen Land“ vom 4. Oktober vor. Ein Sorgerechtsverfahren in Österreich ist daher unterbrochen.

Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft weiter mitteilt, werde nun im Zuge des Ermittlungsverfahrens die Obsorge geprüft. Erst dann kann entschieden werden ob ein Kindesentzug vorliegt.  Derzeit besteht kein ausreichender Tatverdacht für einen Haftbefehl gegen den Vater. Weiter soll ein Rechtshilfeersuchen an jenes Land gestellt werden, in dem die Entscheidung vom 4. Oktober getroffen wurde.